Schutzprojekte in Tansania
Projektpartner: Nature Tanzania
Tansania war einst Heimat von zehntausenden Kronenkranichen. Heute sind nur noch wenige tausend Tiere übrig – bedroht durch Lebensraumverlust, illegale Jagd, Brände und intensive Landwirtschaft. Nature Tanzania arbeitet mit lokalen Gemeinden, Schulen und Freiwilligen
daran, den Kranichen eine Zukunft zu sichern.
Das Team ist in verschiedenen Projektgebieten tätig.
KAGERA
In den 1940er-Jahren wurde der Graue Kronenkranich in Tansania als „landwirtschaftlicher Schädling“ eingestuft – ein Vorurteil, das bis heute nachwirkt. Eier und Jungvögel werden abgesammelt, erwachsene Tiere gejagt oder vergiftet. Von einst hunderttausenden Kranichen sind nur noch etwa 2.000 Vögel übrig. Seit 2019 engagiert sich Nature Tanzania für den Schutz der Art – zuerst in Kagera, später auch in Arusha, am Kilimandscharo und im Malagarasi-Muyovozi-Feucht-gebiet. In Kagera, an der Grenze zu Ruanda und Uganda, siedeln sich Kraniche wieder an. Dank der Zusammenarbeit mit Regierung, Bauern und Fischern sowie Umweltbildung konnten 2025 bereits 210 Vögel gezählt werden – ein positives Signal. Doch große Herausforderungen bleiben: intensive Landwirtschaft, Pestizide, Abbrennen von Feuchtgebieten und Schilfbrände gefährden Brut und Lebensräume. Mit nur zwei Mitarbeitenden vor Ort setzt Nature Tanzania auf ein Netzwerk freiwilliger Kranichschützer, um das Gebiet wirksam zu überwachen.
MALAGARASI-MUYOVOZI
Das Malagarasi-Muyovozi-Feuchtgebiet im Westen Tansanias ist mit rund 35.000 km² eines der größten Ramsar-Gebiete der Welt und Lebensraum für Graue Kronenkraniche, Klunkerkraniche, Schuhschnäbel und Sattelstörche. Trotz Schutzstatus ist das Gebiet stark bedroht: Landwirtschaft, Überweidung, Fischerei und illegale Jagd beeinträchtigen die Feuchtgebiete, zudem fehlt es an wirksamer Verwaltung und regelmäßigem Monitoring.
Seit 2024 ist Nature Tanzania mit einem Projektkoordinator vor Ort. Erste Schritte sind getan: Bestände gefährdeter Arten wurden erfasst, Gefährdungen analysiert und die Zusammenarbeit mit Gemeinden begonnen. Ziel ist es, nachhaltige Nutzungskonzepte zu entwickeln, die Natur und Lebensgrundlagen der Menschen gleichermaßen sichern.
ARUSHA / KILIMANJARO
Zwischen dem Mt. Meru und dem westlichen Kilimanjaro liegen wichtige Feuchtgebiete und Agrarflächen für den Grauen Kronenkranich. Doch das Vorkommen ist gering: Vögel werden vergrämt oder bejagt, gesicherte Brutplätze sind selten. Immer wieder ziehen Gruppen von bis zu 200 Kranichen aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia hierher, doch erfolgreiche Bruten bleiben die Ausnahme. Seit 2023 untersucht Nature Tanzania Verbreitung, Neststandorte und Gefährdungen. Gleichzeitig werden Schulen und Gemeinden in die Umweltbildung einbezogen. Erste Ergebnisse zeigen: Mit nachhaltiger Landwirtschaft, weniger Agrochemikalien sowie dem Schutz und der Neuanpflanzung von Schlafbäumen lassen sich die Lebensbedingungen der Kraniche deutlich verbessern und damit auch ihre Chancen auf erfolgreiche Bruten steigen.
KAMPAGNENZIELE
- Ausbildung und Ausstattung von Ehrenamtlichen
- Sicherung von Feuchtgebieten und Brutplätzen – durch Baumpflanzungen, Abgrenzungen und Monitoring
- Förderung Nachhaltiger Landwirtschaft und Fischerei zur Vermeidung von Konflikten
- Umweltbildung in Gemeinden und Schulen
- Verstärkte Aufklärung zu Gefahren wie Bränden, Pestiziden und illegaler Jagd stärken